Brennnessel
Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht den Spruch kennt ,...“in die Nesseln setzen“, oder kaum jemanden der sich noch nicht an Brennnesseln „gebrannt“ hat. Alle, ob groß, ob klein, kennen dieses Wildkraut. Aber wissen auch alle von den gesundheitlichen Vorteilen und den vielen Verwendungsmöglichkeiten dieser Pflanze? Bekannt ist die Brennnessel, bei denen wir unterscheiden zwischen der großen und der kleinen, auch unter den Namen Donnernessel, Hanfnessel, Nessel, und Saunessel. Sie stammt aus der Familie der Brennnesselgewächse.

Standort:
Beide Brennnesselarten kommen sehr häufig vor und wachsen bevorzugt in der Nähe von menschlichen Behausungen, in Gärten, an Zäunen, auf Schuttplätzen und an Waldrändern.

Erkennungsmerkmale:
Das erste, ganz sichere Zeichen ist das Brennen bei Berührung der Pflanze. Die kleinen Haare, an Stengeln und Blättern, brechen bei Berührung ab und der brennende Saft wird wie mit einer Nadel in die Haut geritzt.


Inhaltsstoffe:
Sie enthält sehr viel Vitamin C (333mg in 100g Blättern), Provitamin A, Mineralstoffe, Kieselsäure, Gerbstoffe, Histamin und Acetylcholin. Sammeln kann man die Brennnesselblätter fast das ganze Jahr über. Man verwendet immer die obersten Blätter, denn diese wachsen immer wieder nach. Die Samen sammelt man im Hochsommer oder Herbst, diesen kann man frisch oder getrocknet verwenden. Für Tee kann man alle Blätter einer Pflanze verwenden. Die Wurzel gräbt man im Frühjahr oder im Herbst aus.

Homöopathie:
Dort wird nur die kleine Brennnessel eingesetzt und heißt : Urtica urens.

Volksheilkunde:
Hippokrates sprach von der Leib-und Blutreinigung und Leonhard Fuchs gab Rezepte an, die sich bis heute erhalten haben. Sie wird angezeigt bei Harn- und Nierenleiden, sie reinigt das Blut und den gesamten Organismus. Wirkt dadurch vorbeugend gegen Gicht und Rheuma . Sie fördert die Blutbildung und den Haarwuchs. Sie senkt den Blutzucker und lindert Prostatabeschwerden. Auch bei Galle- und Lebererkrankungen wird sie eingesetzt.

Historisches:
Im Mittelalter empfahl man die Brennnessel äußerlich und innerlich zur Steigerung der Liebesfähigkeit. Gleichzeitig sollte sie gegen Hexen schützen. Die aus den Stengeln gewonnenen Fasern, dienten als Rohstoff für Textilien. Die Bezeichnung Nessel, ist bis heute für ungebleichtes Gewebe erhalten geblieben. Abgekochte und in Milch eingelegte Blätter dienten als Milchgerinnung zur Käseherstellung.

Biologisches:
Auch bei Tieren ist die Brennnessel als Futterpflanze sehr beliebt. Sie dient vielen Raupenarten als Nahrungsquelle und Entwicklungsstätte.

Verwendung in der Küche:
Die Blätter werden als Spinat zubereitet, zu Salaten, in Eierspeisen, im Ausbackteig, als Würzkraut und als Grundlage von Gemüsesäften und Soßen und zu Tee.

Naturgartentip:
Brennnesseln sind ein wertvoller Bestandteil im Kompost, Regenwürmer lieben diese. Brennnesseljauche ist ein ausgezeichneter Dünger für die Pflanzen, vertreibt Blattläuse und manch anderes Ungeziefer.
Wenn ich meine Tomaten pflanze, lege ich immer ein paar Brennnesseln unter die Wurzeln der Tomaten und habe somit einen Langzeit-Dünger.
Mädesüß
Der Name Mädesüß hat nichts mit einem süßen Mädchen zu tun, sondern bezieht sich auf das Wort Met. Das ist eines der ältesten alkohlischen Getränke und entsteht durch Vergären von Honig. Wiesenkönigin ist sicher einer der schönsten Namen für das Mädesüß, das mit seinen hohen Stengeln, den weißen Blütenkronen und dem herrlichen Honigduft beherrschendes Bild mancher Wiesen ist. Weitere Namen sind Wiesengeißbart, Geißbart und Beielichrut.

Standort:
Gräben und Bachufer, moorige, feuchte Wiesen sind die Lieblingsstellen des Spierstrauches, der aus der Familie der Rosengewächse kommt.

Erkennungsmerkmale:
Sie enthält sehr viel Vitamin C (333mg in 100g Blättern), Provitamin A, Mineralstoffe, Kieselsäure, Gerbstoffe, Histamin und Acetylcholin.
Sammeln kann man die Brennnesselblätter fast das ganze Jahr über. Man verwendet immer die obersten Blätter, denn diese wachsen immer wieder nach. Die Samen sammelt man im Hochsommer oder Herbst, diesen kann man frisch oder getrocknet verwenden. Für Tee kann man alle Blätter einer Pflanze verwenden. Die Wurzel gräbt man im Frühjahr oder im Herbst aus. Der Spierstrauch ist eine ausdauernde Staude, mit kräftigen Wurzeln im Boden verankert. Die Blätter sind gefiedert und zwischen den Fiederpaaren sind kleine gezähnte Extrablättchen. Das gesamte Blatt erinnert an ein Rosenblatt. Es ist oben dunkelgrün und unterseits hellgrün bis weißfilzig.
Zerrieben riechen die Blätter und Stengel nach Zahnarztpraxis oder Apothekerschrank, ein sehr medizinischer Duft liegt dann in der Luft!
Die Blüten sind klein, gelblichweiß, stark nach Honig duftend und stehen in dichten Blütenständen.
Beim Zerreiben duftet die Pflanze angenehm aromatisch.
Man sammelt das ganze blühende Kraut in den den Monaten Juni bis September und hängt es gebündelt zum Trocknen auf.
Als Wildgemüse verwendet, sammelt man den ganzen Sommer die kleinen frischen Blätter und die neu aufgeblühten Blüten.
Die Blütezeit ist meist von Juni bis August.
Die Pflanze wird ca. 60-150 cm hoch.
Die Blüten enthalten keinen Nektar. Insekten, vor allem Fliegen und Käfer lassen sich den Pollen schmecken und bestäuben dabei die Pflanzen. Bleiben die Insekten aus, hilft Selbst- bzw. Windbestäubung weiter.
Verwechseln kann man das Echte Mädesüß mit dem Knolligen oder Kleinen Mädesüß, das aber eher trockene Standorte bevorzugt.
Im Blattstadium mit dem Heilkraut Odermennig.
Die Blätter werden nur im Frühjahr verwertet , denn nur ganz zart schmecken diese. Die Blüten verwendet man immer frisch aufgeblüht.

Pflanzengemeinschaften:
An Bachrändern findet man das Mädesüß oft in Gesellschaft des Blutweiderich und des Baldrian.

Inhaltsstoffe:
Die wesentlichsten Wirkstoffe sind, Vitamin C, Mineralstoffe, Flavonoide, Äth.Öle, Salicylsäure und Gerbstoffe.

Homöopathie:
Das Homöopathikum Spirea ulmaria wird aus der Wurzel hergestellt.


Volksheilkunde:
In früheren Zeiten wurde es gegen Geschwülste, Durchfälle, Krämpfe, Gicht, Pest, Frauenleiden und eine Klauenkrankheit des Viehs verwendet.
Eine Abkochung aus den Wurzeln wird in den Kräuterbüchern des 19. und frühen 20. Jahrhundert als Mittel gegen die Tollwut empfohlen.
Es wirkt fiebersenkend und entzündungshemmend und ist deshalb heute noch Bestandteil von Erkältungs – und Rheumateemischungen.
Schon zur Zeit des Hippokrates wusste man um die fiebersenkende Wirkung des Mädesüß und der Weidenrinde, aber erst viel später ging man den Dingen auf den Grund.
Der Münchner Pharmazeut Johann Andreas Buchner suchte nach einer wirksamen Substanz der Weidenrinde und konnte 1828 eine gelbliche Masse gewinnen, die er Salicin nannte.
Jahre später gelang es aus den Mädesüßblüten Salicylsäure herzustellen.
Nachdem die chemische Struktur aufgeklärt war, wurde es viel billiger synthetisch hergestellt.
Allerdings hatte es unangenehme Nebenwirkungen, wie Blutungen und Magenschädigungen. Diese konnten mit der Veränderung der Salicylsäure zu Acetylsalicylsäure, die Felix Hofmann einem Chemiker der Firma Bayer gelang, deutlich gemildert werden.
ASPIRIN ist im Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingetragen und steht für:
A = Acetylsalicylsäure und
SPIR = Spierstrauch, Spirea ulmaria
IN = Medikament

Historisches und Biologisches:
Ein Tip aus alter Zeit für Imker: Bienen sollen nicht stechen, wenn man sich mit Mädessüßblättern einreibt. Weil den Bienen aber der Blütenduft des Mädesüß sehr zusagt, rieb man die Bienenstöcke mit den Blüten ein.
Kühe bekamen Mädesüßtee zu trinken, da dieser für reichlich Rahm in der Milch sorgte.
Schafgarbe
Diese Pflanze kann auf eine lange Tradition als Heilpflanze und als Wildgemüse zurückblicken. Mancherorts hieß es, dass die rötliche Schafgarbe besonders heilsam für Männer und die weiße besonders heilsam für Frauen sei. Als Wildgemüse gehört sie in die Gründonnerstagssuppe. Diese Kulturspeise sollte dann das ganze Jahr vor Krankheiten schützen. Aber auch heute wird die Schafgarbe als Wildgemüse wieder sehr geschätzt. Volksnamen der Pflanze sind: Achilles, Gänsezungen, Grillenkraut, Judenkraut, Kachelkraut, Schafzunge und Tausendblatt. Standort: Sie ist in ganz Europa, auf Wiesen, Wegen und Feldrändern beheimatet. Sie ist eine genügsame Pflanze, die außer an feuchten und nassen Stellen überall wächst.

Erkennungsmerkmale:
Man könnte meinen, die Schafgarbe gehört zu den Doldenblütlern, aber sie ist ein Korbblütler. Die kleinen Blütenköpfe tragen außen weiße oder rosa Zungenblüten und innen gelbweiße Röhrenblüten.
Die Blütenköpfe sind doldenartig angeordnet.
Ihre Blütezeit ist meist von Juni bis Oktober.
Die Blätter sind 2-3 fach fiederteilig, der Stängel ist innen markig und außen je nach Wuchshöhe kahl oder schwach behaart.
Die Höhe kann 15 bis 60cm betragen.
Beim Zerreiben duftet die Pflanze angenehm aromatisch.
Man sammelt das ganze blühende Kraut in den den Monaten Juni bis September und hängt es gebündelt zum Trocknen auf.
Als Wildgemüse verwendet, sammelt man den ganzen Sommer die kleinen frischen Blätter und die neu aufgeblühten Blüten.

Inhaltsstoffe:
Bitterstoffe, Äth.Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und verschiedene Mineralstoffe, besonders Kalium.

Homöopathie:
Hier trägt sie den Namen Millefolium.

Volksheilkunde:
Die Bitterstoffe und äth. Öle regen den Appetit an, sie wird bei Magen,-Darm- und Gallenbeschwerden eingesetzt.
Die Tätigkeit der Nieren wird angeregt, ihre Eigenschaften helfen auch, innere und äußere Blutungen zu stillen.
Und auch bei Frauenleiden, Kopfschmerzen, Blasenbeschwerden und Erkrankungen der Atemwegsorgane findet sie ihren Einsatz.
Hildegard von Bingen empfahl die „Garwa“ ebenfalls als Wundkraut.
ACHTUNG; wie alle Korbblütler kann die Schafgarbe Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.
Gänseblümchen
Als uns vor 2 Jahren ein milder Winter beschert war, fand ich immer wieder kleine blühende Gänseblümchen auf unserer Wiese. Dies wiederum erfreute nicht nur mein Herz, sondern auch unsere Kaninchen sehr. Sie lieben Gänseblümchen und ihre einseitige trockne Winternahrung wurde dadurch etwas abwechslungsreicher. Es ist ein unermüdliches Pflänzlein, welches vielen Witterungen trotzt und Kleinkindern einen völlig ungefährlichen ersten Kontakt mit den Pflanzen auf der Wiese ermöglicht. Wer erinnert sich nicht gerne an die Kindertage, in welchen wir aus ihnen Kränze, Ringe gebastelt oder Wiesensuppe gekocht haben. Wer hat nicht orakelt: „Er liebt mich, er liebt mich nicht........ „ Das Gänseblümchen kommt aus der großen Familie der Korbblütler (Asteraceae), heißt Bellis perennis was übersetzt soviel wie die „schöne Ausdauernde“bedeutet. Finden kann man es in Mittel- und Nordeuropa und wurde vom Menschen bis nach Süd- und Nordamerika, nach Madeira und Neuseeland gebracht. Bei uns wächst es auf Wiesen, Rasenflächen und in Parkanlagen. Allerdings muss dort regelmäßig gemäht werden. In hohen Wiesen fehlt ihm das nötige Licht. Nach dem Mähen kann man beobachten, dass es oft keine zwei Tage dauert, bis es wieder da ist. Als wenn es sich unter dem Rasenmäher geduckt und abgewartet hätte, bis dieser wieder in seiner Behausung verschwunden ist. Abends oder bei Regen verschließen die weißen Zungenblüten die inneren gelben röhrenförmigen und unscheinbaren Blüten. Durch das Schützen der Röhrenblüten symbolisiert es die Mutterliebe. Steht für christliche Tugenden wie die Reinheit, die Bescheiden- und Anspruchslosigkeit. Wer am Johannitag um 12 Uhr 3 Gänseblümchen ißt, wird das ganze Jahr weder Augen- noch Zahnschmerzen und auch kein Fieber bekommen. Außerdem schützt es vor der Pest und die Arbeit geht nie schief........!!!!! Auf einer Briefmarke der Faröerinseln ist das kleine Blümchen abgebildet.Auf dem Gemälde „das große Rasenstück“ ist es von Albrecht Dürer gemalt worden. Und wer kennt nicht das Gedicht von Heinz Ehrhart: Ein Gänseblümchen liebte sehr,ein anderes gegenüber,drum sagt`s: „Ich schicke mit n`em Gruß dir eine Biene rüber.“Da rief das Andere: „Du weißt, ich liebe dich nicht minder, doch mit der Biene,das lass sein, sonst kriegen wir noch Kinder.“

Inhaltsstoffe:
Vitamine, Saponine, Schleimstoffe, Mineralstoffe, Flavonoide und Bitterstoffe.
Volksheilkunde:
Leonhart Fuchs schrieb schon .... „Das Maßliebchen ist ein recht Wundkraut“ Eingesetzt wurde es gegen Galle und Leberleiden, Husten und Asthma und bei Verletztungen.

Knoblauchsrauke
Jede Pflanze hat in unserem Garten eine spezifische Bedeutung. Pfingstrosen sind etwas fürs Auge und auch für die Nase. Lavendel betöhrt die Sinne und schreckt in Duftkissen verarbeitet die Motten ab. Der Gundermann blüht sehr hübsch und schmeckt richtig würzig. Thymian, Spitzwegerich und Salbei haben in der Küche ihren festen Platz und im Winter getrocknet als Schniefnasentee ihre Bestimmung. Jetzt im Frühling schätze ich die Knoblauchsrauke sehr. Sie wächst aus einer Rosette, hat nierenförmige Blätter welche, wenn die Pflanze größer wird, am Stängel herzförmig, gebuchtet, spitzzulaufend und gezähnt vorkommen. Die 2jährige Pflanze hat viele kleine weiße Blüten. Jede einzelne Blüte hat 4 weiße Blütenblätter. Im Sommer sitzen die Samen in langen Schoten, die bei Berührung aufplatzen und die schwarzen Samen freigeben. Sie wächst an Wald- und Wiesenrändern, ist oft flächendeckend an Hecken zu finden. Ihr Name ist auf ihren Geruch zurück zuführen, reibt man an den Blättern kann man einen feinen Knoblauchgeruch erkennen. Die Knoblauchsrauke ist aber nicht mit dem Bär- oder Knoblauch verwandt. Sie gehört in die Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Das interessante Aroma dieser Familie hat sich der Mensch zu Nutze gemacht und viele Sorten daraus gezüchtet. z.B. Grünkohl, Weißkohl, Radieserl, Radi usw. Im Mittelalter galt die Pflanze als „Salz in der Suppe“. Die ärmere Bevölkerung konnte sich keine teuren Gewürze leisten, deshalb schätzte sie deren Geschmack sehr. Schildkrötenfreunde sollen dieser Pflanze sehr zugeneigt sein, da bei den Tieren diese Pflanze als Leckerbissen gilt!

März- bzw. Duftveilchen.
Das kleine Veilchen, eine leicht zu übersehende Frühlingsbotin ist fast schon in Vergessenheit geraten. Sie wächst heute meist im nahen Unterwuchs. Früher war sie in Bürgers - oder Bauerngärten ein fester Bestandteil. Veilchengedichte fand man in jedem Poesiealbum - in dem meiner Tochter steht kein einziges mehr. Veilchen sind ein - bis mehrjährige Pflanzen, welche zweimal im Jahr blühen. Das erste Mal im März/Mai mit wunderschönen violetten (gelegentlich auch weiß bis rötlichen Blüten. Das zweite Mal im Herbst, allerdings ohne auffällige Blüte, denn diese dient diesmal nur der Fortpflanzung, um die Vermehrung an weiter entfernte Standorte zu sichern!
"Zugwürzelchen" am kriechenden Wurzelstock sorgen für ganz in der Nähe enstehende "Tochterpflanzen".Und falls Sie sich jetzt noch für die Verwendung des Veilchens in der Küche interessieren, klicken Sie einfach auf Rezepte. Falls Sie aber noch Historisches, Symbolisches, Interessantes aus der Volksheilkunde oder vielleicht ein Märchen vom Veilchen hören wollen klicken Sie auf Angebote und Termine und nehmen dann Kontakt zu mir auf!